Betrüger verdienen zwar gut, aber Bitcoinzahlungen sind einsehbar!

Beitrag von ft

www.blockchain.com

Da behauptet doch jemand, er habe meine Handy-Kamera gehackt und mich beobachtet. Fehlanzeige!

Am 21. Dezember 2018 hat der Datenschutzbeauftragte des Kantons Thurgau kurz eine während Monaten nicht mehr aktive Mailadresse neu aktiviert und prompt ist von einem Server von "Serbia BroadBand" mit der IP-Adresse 89.216.28.174 ein Erpressermail von einem falschen Absender eingegangen. Darin wird damit geprahlt, dass man seit Monaten das Mail überwache und Zugriff auf die Kamera habe. Man werde an alle Kontakte kompromittierende Videos versenden. Es soll eine Zahlung von 791 $ auf die Bitcoin-Adresse 19Q3HZtnznuB5cuWng8cacwqZV13gNpZaN überwiesen werden, dann werde das Video gelöscht. Falls diese Informationen an Dritte bekannt gegeben werden, werde das Video unverzüglich veröffentlicht.

Selbstverständlich habe ich nichts bezahlt (und auch keine Angst vor entsprechenden Videos), sondern Serbia BroadBand umgehend informiert.

Da Bitcoinadressen öffentlich einsehbar sind, hat es mich aber interessiert, ob jemand auf einen solchen Betrug hereinfällt - und siehe da: Bisher haben schon 7 Personen bezahlt! Das ist wie folgt erkennbar:

Bitcoin-Explorer

Auf der Seite www.blockchain.com sind alle Bitcoin Adressen öffentlich einsehbar. Geben Sie dort (aktueller Stand) im Suchfeld die obige Bitcoin-Adresse ein. Dann können Sie erkennen, dass zwischen dem 21. und dem 26. Dezember 2018 insgesamt 1.28166239 Bitcoin an den Betrüger bezahlt wurden, was bei einem aktuellen Bitcoinpreis von 4'023 $ einem Einkommen von 5'156 $ in fünf Tagen entspricht. Vielleicht gehen ja demnächst noch weitere Zahlungen ein.

Achtung: Bezahlen Sie nichts. Das bewirkt nichts. Der Bitcoin-Erpresser hat weder eine gültige Mailadresse hinterlassen, noch kann er bitcoinmässig erkennen, dass Sie bezahlt haben (er sendet die gleiche Zahlungsadresse an diverse Personen). Eine Zahlung nützt deshalb gar nichts!
(Stand: 03.01.2019)